Süddeutsche Zeitung: Ehrbarer Kaufmann

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Die Süddeutsche Zeitung definiert den Begriff „ehrbarer Kaufmann“ im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen, der betone, dass er sich immer an die Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns gehalten habe. Die Prinzipien reichen bis ins 4. Jahrhundert vor Christus zurück, als der Grieche Demosthenes schrieb, dass es in der Geschäftswelt und auf dem Geldmarkt als bewundernswert gelte, wenn ein Mann sich als redlich und fleißig zugleich erweist. Der Begriff „ehrbarer Kaufmann“ tauche erstmals im Mittelalter auf. Der Italiener Francesco Balducci Pegolotti beschreibe um 1340 explizit, wie sich ein ehrbarer Kaufmann zu verhalten habe. Er solle fehlerfrei arbeiten, gerecht und weitsichtig sein, Wort halten und niemals Wucher treiben. Damals sei dies für Kaufmänner lebenswichtig gewesen, da sie viel unterwegs und auf Vertrauen angewiesen waren. Es fand nur Kundschaft, wer einen guten Ruf hatte. Dies sei heute nicht zwingend zutreffend und der ehrbare Kaufmann sei vielmehr ein anzustrebendes Ideal geworden und den Industrie- und Handelskammern nur wage gesetzlich aufgetragen. Die 1512 gegründete Hamburger „Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns“ bringe dieses Begriffsverständnis in ihren Leitlinien auf den Punkt. Hier stehe, dass nicht alles, was rechtlich zulässig sei, auch ehrbar sei.

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