Welt am Sonntag: Luxus für jedermann im Wandel der Zeit

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Welt am Sonntag berichtet von den Studien von Prof. Dr. Dorothee Wierling vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Hamburg zur Entwicklung des Kaffees vom Edelgetränk zum Massenprodukt. Die historischen Arbeiten beleuchten insbesondere die Rolle Hamburgs als weltweit wichtigsten und größten Umschlagplatz für Rohkaffee und seien ein Lehrstück über den Kodex des ehrbaren Kaufmanns. Wierling habe erklärt, dass bei den ehrbaren hanseatischen Kaufleuten der bloße Handschlag höchste Verbindlichkeit habe und bei ihnen und den Kaffeerohhändlern Ehre und Vertrauen „langfristige Investitionen in den moralischen Kredit“ seien. Ende des 19. Jahrhunderts und bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten habe der Kaffeehandel in Hamburg einen Boom erlebt. In der Anfangszeit der NS-Diktatur haben Ehre, Vertrauen und Würde die Hamburger Händler im „Verein der am Caffeehandel betheiligten Firmen“ eng verbunden, doch spätestens mit Ausbruch des Kriegs seien Ideal und Wirklichkeit der ehrbaren Kaufleute auseinandergebrochen. Nach dem Untergang des Dritten Reiches habe es bis zum Wirtschaftboom in den 50er Jahren gedauert, bis der Hamburger Kaffeehandel wieder in Schwung kam und wieder an die vorkriegliche Tradition des ehrbaren Kaufmannstums angeknüpft wurde.

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